Abteilungsflur geschlossener Frauenhaus

Die inhaftierten Frauen können Unterstützung durch verschiedene Fachdienste erhalten.

Darüber hinaus bietet der geschlossene Frauenvollzug der Justizvollzugsanstalt folgende Angebote und Maßnahmen:

  • Kontaktpflege zu Familie und Angehörigen: Die Justizvollzugsanstalt bietet neben den normalen Möglichkeiten des Besuches den Langzeitbesuch in gesonderten, abgeschirmten Räumlichkeiten an. Nach einer besonderen Überprüfung können Gefangene sich so ungestört der Kontaktpflege ihrer Angehörigen widmen.
  • Arbeit im geschlossenen Frauenvollzug: Werk- und Werkaufsichtsdienst
  • Behandlung und Vorbereitung auf die Entlassung:

Hier gilt der Satz: “Der Prozess der Wiedereingliederung beginnt mit dem ersten Tag der Haft“

Treppenaufgang FrauenvollzugViele inhaftierte Frauen benötigen für ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft besondere Unterstützung, um nicht gleich nach der Haft in alte Verhaltensweisen zurückzufallen. Es ist deutlich geworden, dass gerade Frauen oft wenig sachangemessenes Durchsetzungs­vermögen und wenig Selbstvertrauen besitzen. Nicht zuletzt sind diese Eigenschaften die Ursache für Delinquenz und erschweren eine positive Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit. Resignation, Depression, Suchterkrankungen und das Verharren beziehungsweise Hineinbegeben in Abhängigkeitsverhältnisse sind hierbei zentrale Themen. Auch die Angst vor dem erneuten Versagen und vor neuen Situationen spielt in der Entlassungsvorbereitung eine nicht zu unterschätzende Rolle. Diese Erkenntnis führt dazu, dass inhaftierte Frauen einer Behandlung bedürfen, die unter Berücksichtigung der individuellen Lebenssituationen speziell auf sie ausgerichtet ist.

Zielsetzung des Behandlungsangebotes des geschlossenen Frauenvollzuges der Justizvollzugsanstalt Gelsenkirchen:

  • Die Entlassungsvorbereitung für Frauen dient der Entwicklung und Stärkung der positiven Fähigkeiten der Inhaftierten zum leichteren Übergang in ein Leben nach der Haft in eigener Verantwortung und der Vermeidung von erneuter Delinquenz und Rückfall in die Sucht.

Übergangsmanagement:

  • Zur Umsetzung dieser Zielsetzung werden alle Dienste der Justizvollzugsanstalt Gelsenkirchen miteinander verknüpft. Dies gilt auch für externe Einrichtungen, die der positiven Weiterentwicklung der inhaftierten Frauen nach der Haft dienen.

Angebote im Einzelnen:

Besuchsraum Frauenvollzug

  • Unterbringung der inhaftierten Frauen in Wohngruppen
  • Therapeutische Maßnahmen (auch durch externe Therapeuten)
  • Regelmäßige auch themenbezogene Gespräche durch Fachdienste
  • Hilfsangebote durch Fachdienste in besonderen Situationen
  • Vor- und Nachbereitung von Vollzugslockerungen
  • Schulische Maßnahmen
  • Verschiedene Freizeitmaßnahmen
  • Besondere Hilfen bei frauenspezifischen Problemen (z. B. während der Schwangerschaft)
  • Schuldnerberatung
  • Einbeziehung von ehrenamtlichen Betreuern
  • Vernetzung von internen und externen Hilfsangeboten

Das Behandlungs- und Hilfsangebot des geschlossenen Frauenvollzuges ist kein starres System, sondern passt sich den hiesigen Möglichkeiten, Erfordernissen und aktuellen Erkenntnissen an.